Erstausgabe des berühmten „Weißkunig“ über das Leben Kaiser Maximilian I. mit 237 blattgroßen Holzschnitten von Beck und Burgkmair
Wien: Joseph Kurzböck, 1775
„ Der Weiß Kunig: eine Erzehlung von den Thaten Kaiser Maximilian des Ersten...“
Wir bieten zum Kauf ein gut erhaltenes Exemplar der Erstausgabe des Weißkunig mit 237 ganzseitigen Holzschnitten von Leonhard Beck (1480 – 1572) und Hans Burgkmair ( 1473-1531) sowie mit einigen schönen Holzschnittinitialen und -vignetten.Das autobiographische Werk berichtet von Leben und Taten Kaiser Maximilian I. (1459 – 1519). Es stellt eine Ergänzung dar zum ebenfalls autobiographischen Theuerdank dar.
Maximilian bezeichnet sich als den "weißen" König, nach dem weißen Harnisch, den er in Turnier und Schlacht zu tragen pflegte. Die anderen Könige und Herrscher wurden ebenfalls mit allegorischen Namen bezeichnet; der König von Frankreich war der "blaue" König, der Herzog von Mailand "der König vom Wurm" (nach dem Mailänder Wappen), der "grüne" König der König von Ungarn usw. Der Text wurde zum größten Teil vom Geheimschreiber Maximilians verfaßt, Marx Treitzsaurwein (1415 – 1527), der vom Kaiser die entsprechenden Anweisungen erhielt; diese bestanden im Hinweis auf Quellen und vielfach in Diktaten.
Der erste Teil des Werkes behandelt die Eheschließung des "alten Weißkönigs", Kaiser Friedrichs III., und Eleonoras und ihre Krönung in Rom. Im zweiten Teil wird die Geburt und Jugend Maximilians bis zu seiner Ehe mit Maria von Burgund beschrieben, im dritten Teil wird über seine Kriege von 1477 bis 1513 erzählt. Während die ersten beiden Teile von Treitzsaurwein nach den Quellen selbständig bearbeitet wurden, gilt der dritte Teil fast ganz als das Werk Maximilians, der seinem Schreiber hier persönlich diktiert haben soll.
Das Werk wurde niemals abgeschlossen, da der Plan bestand, es bis auf die letzte Zeit des Kaisers fortzuführen. Erst sieben Jahre nach dem Tode des Kaisers, im Jahre 1526, gab König Ferdinand den Auftrag, daß Treitzsaurwein das Werk abschließen und seine Drucklegung besorgen soll; es kam aber nicht mehr dazu, da Treitzsaurwein schon 1527 starb.
Das Werk wurde nicht veröffentlicht und zunächst vergessen. Zweihundert Jahre lang blieben auch die bereist vorbereiteten Holzstöcke verschwunden; sie wurden im 18. Jahrhundert in Graz wieder entdeckt, sodaß Maximilians Weißkunig in seiner unvollendeten Form anhand der alten Handschriften von Treitzsaurwein 1775 in Wien zum ersten Mal erscheinen konnte.