Die berühmte, reich illustrierte Cosmographia von Sebastian Münster in einer der umfangreichsten deutschen Ausgaben.
“Cosmographey: das ist, Beschreibung aller Länder, Herrschafften vnd fürnemesten Stetten des gantzen Erdbodens…“
Basel, Sebastian Henricpetri, 1598
Wir bieten ein gut erhaltenes Exemplar der deutschen Ausgabe von 1598 der Cosmographia von Sebastian Münster zum Kauf. Der beeindruckende Band enthält 28 doppelblattgroße Holzschnittkarten, 64 doppelseitige Stadtansichten sowie mehr als 1000 Textholzschnitte.
Die vorliegende Ausgabe ist eine der umfangreichsten der berühmten Kosmographie, die erstmals 1544 erschien und bis 1628 insgesamt 46 Ausgaben erfuhr in Deutsch, Latein, Französisch, Italienisch, Englisch und sogar Tschechisch.
Die 26 doppelblattgroßen Holzschnittkarten zu Beginn umfassen 2 prächtige Weltkarten sowie Abbildungen von Europa, Asien, Afrika, Amerika, Ost- und Nordeuropa, Deutschland, Frankreich, Italien, England, Spanien, Griechenland , Syrien / Palästina, Heiliges Land, Indonesien, Schwaben und Bayern, Franken, Schlesien, Böhmen, Siebenbürgen, Dalmatien sowie 3 Rheinkarten. Im Hauptteil des Bandes finden sich doppelblattgroße Karten von Pommern und Schwaben sowie eine doppelblattgroße Ansicht mit Meeresgetier.
Die 2 gefalteten, vierseitigen Ansichten zeigen Heidelberg und Wien.
Unter den über das Werk verteilten doppelseitigen Holzschnitt-Ansichten und -Plänen finden sich unter anderem Jerusalem, Konstantinopel, Kairo, Rom, Florenz, Venedig, Neapel, Paris, Lyon, Bordeaux, London, Basel, Genf, Augsburg, Erfurt, Frankfurt a. d. O., Koblenz, Köln, Lübeck, Straßburg und Ulm.
Über das Werk
Münsters Kosmographie war im 16. Jahrhundert nach der Bibel das am meisten gelesene Buch Deutschlands. Das monumentale Werk vereint Informationen aus Geschichte und Geographie, Astronomie und Naturwissenschaften sowie Landes- und Volkskunde. Damit legte Münster die erste wissenschaftliche und zugleich allgemeinverständliche Weltbeschreibung in deutscher Sprache vor, an der er in einer Vorbereitungszeit von etwa zwanzig Jahren gearbeitet hatte.
Die ersten Anregungen zu diesem Werk erhielt Münster 1524 von dem elsässischen Humanisten Beatus Rhenanus. Bald begann er mit der Arbeit an seinem Buch, das zunächst nur Heimatbrevier über den Oberrhein geplant war. Doch schnell weiteten sich Münsters Ideen aus, doch ein viel größeres, die ganze Welt umfassendes Werk zu schreiben.
Seine Informationen, teils über die entlegensten Regionen der Welt, gewinnt Münster, der Europa nie verlassen hat, aus Chroniken und Reiseberichten von Seefahrern, Abenteurern, Eroberern sowie aus den Werken von Kartographen und griechischen oder lateinischen Klassikern.
Dabei übernahm er auch höchst kuriose und fragwürdige Details, wie etwas Berichte über in Indien lebende Wesen ohne Mund, die sich von Gerüchen ernähren und Kreaturen mit nur einem, dafür aber übergroßen Fuß, der Ihnen bei Bedarf auch Schatten spendet, Menschen mit Hundekopf oder solchen ohne Kopf, dafür mit dem Gesicht auf der Brust.
Aus heutiger Sicht mögen solche „Fakten“ lächerlich erscheinen. Jedoch waren sie Teil der damaligen Vorstellung von der Welt, und auch sie sind Teil der Absicht, die der Autor mit seiner Kosmographie verfolgte: Münster äußerte einst, er habe sein Werk eigentlich für die Nachwelt geschrieben, „daß die Menschen in 300 oder 400 Jahren sich ein Bild machen können von der Welt, wie wir sie heute sehen.“
Zustand
guter Gesamtzustand
Einband
etwas fleckig, berieben und bestoßen
Pergamentbezug am Rücken oben fehlend sowie am unteren Rand des Einbands alt ergänzt
eine Metallschließe beschädigt
Druck
leicht altersgebräunt und wenig fleckig
circa 20 Blätter am oberen und unteren weißen Rand beschnitten
die gefaltete Ansicht von Wien ist aufgezogen (rückseitig Textverlust)
die gefaltete Ansicht von Heidelberg mit Riß
Ansonsten gut erhalten!
Bilder: Einband
Bilder: Inhalt
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