Prächtige Inkunabel in hervorragendem Zustand.
Zum Verkauf steht ein sehr gut erhaltenes Exemplar der ersten deutschen Ausgabe der berühmten Schedelschen Weltchronik. Der imposante Großfoliant im Prachteinband der Zeit enthält über 1800 teils doppelblattgroße Holzschnitte, darunter viele Stadtansichten. Die meisten dieser Ansichten sind die ersten gedruckten Abbildungen der gezeigten Orte.
Schedels Weltchronik ist das erste weltliche Buch, das künstlerisch so aufwendig gestaltet wurde wie bis dahin nur die Bibel und liturgische Bücher. Es ist eines der schönsten Werke früher Buchdruckerkunst und das am reichsten illustrierte Druckwerk des 15. Jahrhunderts.
Die eindrucksvollen Holzschnitte stammen von Michael Wohlgemut (1434 – 1519) und dessen Stiefsohn Wilhelm Pleydenwurff (1460 – 1494). Wohlgemut war ein bedeutender fränkischer Maler und Holzschneider, in dessen Werkstatt Albrecht Dürer von Ende 1486 bis Ende 1489 Schüler war. Eine Beteiligung des jungen Dürer an einigen Holzschnitten der Weltchronik gilt als wahrscheinlich, da erste Holzschnitte für das Werk nachweislich bereits mehrere Jahre vor der Veröffentlichung angefertigt worden waren.
Es wurden rund 650 Druckstöcke für die rund 1800 Holzschnitte der Weltchronik erstellt, d.h. einige Holzschnitte wurden im Buch mehrfach gedruckt.
Abgebildet sind vor allem Monarchen und Heilige sowie meist europäische Städte, darunter Augsburg, Bamberg, Basel, Eichstätt, Erfurt, Florenz, Genf, Genua, Jerusalem, Köln, Konstanz, Lübeck, Magdeburg, Mailand, Mainz, München, Nizza, Nürnberg, Paris, Passau, Pisa, Regensburg, Rom, Salzburg, Straßburg, Trier, Ulm, Venedig und Wien. Desweiteren finden sich aber auch ein Totentanz, eine Weltkarte sowie biblische Darstellungen wie die Schöpfungsgeschichte.
Die deutsche Übersetzung erschien weniger als 6 Monate nach der Veröffentlichung der lateinischen Erstausgabe im selben Jahr. Übersetzer war Georg Alt (1450 - 1510), der als Schreiber schon am Text der lateinischen Ausgabe mitgewirkt hatte.
Von der deutschen Ausgabe wurden circa 700 Exemplare gedruckt, von denen heute noch circa 300 existieren sollen.